Fußwallfahrt nach Rosenthal

 

Seit etwa 1715 pilgert ein Teil der Gemeinde alljährlich zu Fuß in den 36 Kilometer entfernten Wallfahrtsort des Bistums Dresden-Meißen, nach Rosenthal im Sorbenland.

Bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts zog man zweimal im Jahr dorthin und auch wieder zurück, früher zu Mariä Heimsuchung (2. Juli) und zu Mariä Geburt (8. September). Ab 1918 wurde die Wallfahrt auf den den Festen folgenden Sonnabend und Sonntag gelegt. 1976 kam die Wallfahrt mangels Beteiligung zum Erliegen, nur eine Frau aus der Gemeinde hat die Tradition aufrecht erhalten und ist jedes Jahr einmal nach Rosenthal gepilgert.

Am 6. Oktober 1990 wurde die Wallfahrt als Dankopfer für das Geschenk der politischen Wende in der DDR wieder aufgenommen. Sie beschränkt sich allerdings nur noch auf den Hinweg nach Rosenthal und wird immer am letzten Samstag im September gehalten.

Am Wallfahrtstag früh nach der hl. Messe um 6 Uhr in der Pfarrkirche führt der Weg über Wilthen, und später über Göda und Crostwitz. In Rosenthal wird stets eine Dank- und Bittandacht gehalten.

Gemeindemitglieder jeden Alters, vom Kleinkind im Kinderwagen bis zum rüstigen Mittsiebziger nehmen daran teil. Der Wallfahrtstag ist geprägt durch das gemeinsame Gebet in persönlichen Anliegen und denen von Pfarrgemeinde, Kirche und Welt; durch Gesang und trotz mancher Strapazen durch eine frohe Gemeinschaft.

Gerade in heutiger Zeit, die durch Egoismus, Gleichgültigkeit, soziale Probleme, Verflachung des Glaubens und die Bedrohung durch Krieg, Terror und die Zerstörung der Schöpfung geprägt ist, gibt es viele Gründe für die Schirgiswalder, weiterhin mit und zu Maria, der Mutter Gottes, nach Rosenthal zu wallfahren und um ihre Fürsprache bei Gott zu bitten.