Fronleichnamsprozession
Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, Fronleichnam, 10 Tage nach Pfingsten, feiert in besonderer Weise die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Die geweihte Hostie wird während der Fronleichnamsprozession am Sonntag danach in der Monstranz durch die Straßen der Stadt getragen und verehrt.
Die erste Erwähnung einer Fronleichnamsprozession in Schirgiswalde findet sich in den Kirchenrechnungen des Jahres 1698. Dort heißt es:
„Bey gehaltener Procession S.S. Corporis Christi den Musicanten 2 Thaler 16 Kreuzer.“
Bis 1929 fand die Prozession nur auf pfarreigenem Gelände und dem Marktplatz statt. 1930 wurde der Prozessionsweg auf die Straßen der Stadt erweitert. Altäre wurden am Markt, am Marienplatz, an den Kirchstufen und an der Turnhalle errichtet.
1939 wurde die Prozession von den Nazis verboten. Sie konnte nur noch auf kircheneigenem Gelände stattfinden. Erst 1949 zog die Prozession wieder durch die Straßen der Stadt. Damals wurden 4000 Teilnehmer gezählt. Danach stieg die Zahl noch weiter an. Vor den Altären gab es prachtvolle Blumenteppiche.
1968 wurde der Fronleichnamstag als staatlicher Feiertag abgeschafft, deshalb musste die Prozession auf den folgenden Sonntag verlegt werden. Gleichzeitig fand der Gottesdienst erstmalig unter freiem Himmel im Schlosspark statt. Die Zahl der Altäre wurde auf drei verringert (Kriegerdenkmal, Marienplatz und Markt), auch wurde die Zugrichtung der Prozession geändert, so dass der Marktplatz nun die letzte Station war, was natürlich staatlichen Protest hervorrief.
Ab 1976 erhielt die Prozession eine gegenwartsbezogene Gestaltung. Die Stationen werden inhaltlich von verschiedenen Gruppen entsprechend dem vorgegebenen Thema gestaltet. Es wird aus der Hl. Schrift vorgelesen, Fürbitte gehalten und der Segen mit dem Allerheiligsten den Anwesenden und der Stadt gespendet.




