Bernadette Soubirous (Marie-Bernard)

Namenstage: Bernadette

Funktion: Heilige, Mystikerin, Nonne

Gedenktag: 16. April

Seligsprechung 1925

Heiligsprechung 1933

Bernadette wurde als das älteste von sechs Kindern im Januar (oder Februar) 1844 in Lourdes in Frankreich geboren. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und war von Anfang an ein kränkliches Kind. Am 11. Februar 1858 soll ihr zum ersten Mal in einer Felsengrotte (Massabielle) eine weibliche Gestalt in einer goldschimmernden Wolke erschienen sein, die sich später als die Gottesmutter Maria zu erkennen gab. 14 Tage später, am 25. Februar, soll bei einer weiteren Erscheinung plötzlich eine Quelle in der Grotte entsprungen sein, deren Wasser große Heilkraft hatte. Innerhalb der nächsten Monate soll Bernadette noch 16 oder 17 solcher Erscheinungen gehabt haben, die letzte am 16. Juli 1858.

Maria verlangte von Bernadette den Bau einer Kirche an der Felsengrotte, eine Forderung, die das Mädchen an ihre Umgebung weitergab. Doch damit stieß sie nur auf Unverständnis und Spott. Im gleichen Jahr soll sich aber die erste medizinisch unerklärliche Wunderheilung durch die Quelle ereignet haben, die von der katholischen Kirche auch als solche anerkannt wurde (bis heute sind es etwa 66 anerkannte Wunder von Lourdes). Immer mehr Menschen pilgerten zur Grotte in den Pyrenäen und tranken das Quellwasser, Lourdes entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Trotz der Anerkennung durch die katholische Kirche blieb das Mädchen Bernadette vielen Anfeindungen ausgesetzt und stieß mit der Schilderung ihrer Visionen auf Misstrauen. Zudem litt sie offenbar sehr unter den Auswirkungen ihrer Krankheit. 1866 verließ sie ihre Heimat und trat in das Kloster der »Dames des Nevers« in Nevers-sur-Loire in Zentralfrankreich ein. Nach Ablegen des Gelübdes erhielt sie den Ordensnamen Marie-Bernard.

Selbst innerhalb des Ordens sollen ihre Schilderungen der »Dame im weißen Kleid mit blauem Gürtel«, die ihr erschienen war, auf Ablehnung und Unverständnis gestoßen sein. Am 16. April 1879 starb Bernadette an den Folgen einer Knochentuberkulose. Ihr Leichnam wurde in Nevers beigesetzt und soll bis heute unverwest sein.

In Lourdes wurde 1889 über der wundertätigen Grotte eine Basilika errichtet, später folgte die Kirche »Notre Dame du Rosaire« und eine unterirdische Pilgerkirche. Seit 1891 wird an jedem 11. Februar ein Fest der Erscheinung Mariä gefeiert. Lourdes ist mit mehreren Millionen Pilgern jährlich einer der berühmtesten christlichen Wallfahrtsorte weltweit.

Bernadette wurde am 14. Juni 1925 von Papst Pius XI. selig- und am 8. Dezember 1933 heiliggesprochen.

Darstellung: als Hirtenmädchen oder Nonne (erstmals fotografisch erstellte Andachtsbilder)

Attribut: Rosenkranz

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

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