Patronat: der Bauern und Hirten, des Viehs, der Felder, gegen Tierseuchen, für gute Ernte
Wendelin wurde vermutlich um 550 in Irland oder Schottland geboren und war ein Zeitgenosse des Heiligen Bischofs Magnerich von Trier (566 bis nach 586), in dessen Lebensbeschreibung (Vita St. Magnerici, verfasst um das Jahr 1000 von Abt Eberwin von Tholey) der Einsiedler und Glaubensbote Wendelin erwähnt wird. Wendelin hatte sich in den Vogesen niedergelassen und wurde zum Abt einer Benediktinergemeinschaft im saarländischen Tholey berufen, wo er um 617 verstarb. Seine letzte Ruhestätte im später nach ihm benannten St. Wendel östlich von Tholey wurde rasch ein viel besuchter Wallfahrtsort.
So wenig historisch über Wendelins Leben und Wirken gesichert ist, so zahlreich sind die Legenden, die sich um den Heiligen ranken. So heißt es, er sei ein irischer oder schottischer Königssohn gewesen, der sich auf dem Rückweg einer Pilgerreise nach Rom in den Vogesen niedergelassen habe. Er wählte ein Leben als Einsiedler und einfacher Viehhirte, um in der Ruhe der Natur zu Gott beten zu können. Die Kunde von Wendelins außergewöhnlicher Frömmigkeit und seinen Wundertaten (er soll einen Besessenen und einen Blinden geheilt haben) erreichte schließlich auch die Benediktinermönche, die Wendelin zu ihrem Abt ernannten (ohne dass dieser je die Priesterweihe empfangen hätte). Eine Überlieferung besagt, die Mönche hätten am Morgen nach Wendelins Beisetzung den Leichnam neben dem Grab gefunden. Daraufhin legten sie ihn auf einen Ochsenkarren, und die Tiere brachten den Verstorbenen an genau jene Stelle, an der er immer am liebsten gebetet hatte; dort begruben ihn die Mönche. Jahrhunderte später soll die Anrufung des Heiligen Wendelin das rasche Abklingen einer Pestepidemie bewirkt und die Stadt Saarbrücken vor der Zerstörung durch Feuer bewahrt haben.
Darstellung: als Einsiedler bzw. Hirte oder als Benediktinerabt im schwarzen Habit
Attribute: Stab; Krone; Viehherde; Pilgertasche

Quelle: Herder-Verlag




