orthodoxe Ostkirchen 1. Juli, 17. Oktober, 1. November
Patronat: Essen, Florenz; des Jesuitenordens und vieler medizinischer Fakultäten; der Kranken, Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Drogisten, Physiker, Zuckerbäcker und Krämer; gegen Epidemien, Geschwüre und Pferdekrankheiten
Der Legende nach stammte Damian aus der römischen Provinz Syria und war der Zwillingsbruder von Kosmas (Cosmas = »der Geschmückte«). Die beiden Christen praktizierten in ihrer Heimat und in Kilikien (heute Südtürkei) sehr erfolgreich als Ärzte, behandelten Arme aber kostenlos, weshalb sie viele zum Christentum bekehren konnten und man ihnen den Beinamen »Anargyroi« (ohne Geld) gab.
Während der Zeit der heftigen Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian (284–305) erlitten beide um 303 in Aigai (heute Ajas, Südosttürkei), vielleicht auch in Kyrrhos, dem heute syrischen Killiz, den Märtyrertod.
Die Verehrung von Kosmas und Damian war nachweislich bereits im 5. Jahrhundert weit verbreitet, ein Beweis für den historischen Kern ihrer legendären Lebensgeschichte. In Rom weihte ihnen Papst Symmachus (498–514; Heiliger) in der Kirche Santa Maria Maggiore ein Oratorium, und Felix III. (526–30; Heiliger) ließ zwei heidnische Tempel zur Basilika Santi Cosma e Damiano umbauen. Seither sind Kosmas und Damian zudem Kanonheilige, das heißt Heilige der katholischen Kirche, deren Namen im Messkanon, dem Hochgebet, genannt werden. Um 850 brachte Bischof Altfrid von Hildesheim Reliquien in den Dom von Hildesheim und nach Essen. Etwa 100 Jahre später kamen Reliquien nach Bremen und von dort um 1400 nach München, wo sie 1649 aus der Residenz in die St.-Michael-Kirche übertragen wurden.
Darstellung: als junger, bartloser Arzt in vornehmer Kleidung; meist zusammen mit Kosmas
Attribute: Schlangenstab (Äskulapstab), Arzneitasche und -fläschchen, medizinische Geräte, Mörser und Stößel; Schwert (Martyrium)

Quelle: Herder-Verlag




