Herzenssache – Rückblick auf die Psalm-RKW in Großpostwitz

Quelle: H. Lehmann

Mit Psalmen im Herzen erlebten Kinder und Helfer in Großpostwitz eine bewegende Woche voller Freude, Gebet und Gemeinschaft.

In der ersten Ferienwoche fand traditionell die RKW in Großpostwitz statt, dieses Jahr waren wir im Alten Testament unterwegs, nämlich im Buch der Psalmen. Diese alten Gebete und Gesänge begegnen uns in der Liturgie, auf Kalenderblättern, in Grußworten u. ä. und in dieser Woche konnten wir mit ausgewählten alten Texten staunen, loben, klagen, bitten, danken, ….
 
Am ersten Tag „Mein Herz klopft“ ging es um das Gefühl, wenn etwas Neues beginnt. So entdeckten wir in unserem Schauherz ein großes ?. Beginnt etwas Neues, weiß man noch nicht genau wie es wird – so wie in der RKW-Woche. Werde ich Spaß haben? Werde ich Freunde finden? Werde ich mich wohlfühlen? Wird mir das Essen schmecken? Bei einem Parcours, welcher über den ganzen Tag verteilt war, lernten wir Psalm 23 kennen und formulierten ihn in unsere heutige Zeit. „Der Herr ist mein Hirte“ mit der Zusage, dass Gott immer für uns sorgt, war eine wichtige Erkenntnis dieses Tages gefunden und manches ? war gelöst.
 
Am zweiten Tag „Mein Herz lacht“ entdecken wir Konfetti und Luftschlangen im Schaubild und lernen das große Halleluja, den Psalm 150, kennen. Wir konnten erleben, mit wie viel Freude man beten kann, wenn das Herz voll ist, so wie David, der Goliat besiegt hatte. Dann ist es leicht, in die Luft zu springen, in die Hände zu klatschen und laut Halleluja zu rufen. Auch unser Gloria „King of Kings“ erklang ab diesem Tag immer öfter und voller Freude.
 
Der Mittwoch war ein sehr heißer Tag und unser geplanter Wandertag wurde aufgrund des Wetters abgesagt. „Mein Herz schmerzt“ war passend zum Thema und ein großer Stein war im Schaubild zu finden. Was ist, wenn ich traurig, wütend, enttäuscht bin? Darf ich Gott meine Klage sagen? Wo ist Gott, wenn es mir nicht gut geht? Was ist, wenn „Mein Herz weint“? All diese Gefühle finden in Psalm 22 Raum und Gott lässt uns damit nicht allein, er gibt uns einen Raum, unangenehme Dinge anzusprechen. Und falls uns die Worte fehlen, können uns die Psalmen helfen, eine Sprache für unsere Gefühle zu finden. Um die Hitze des Tages zu überstehen, fanden wir ausreichend Abkühlung mit Melone, Eis, Spiel unterm Wasserschlauch und dem Bauen im kühlen Wald.
 
Ein zerbrochenes Gefäß versteckte sich hinter dem vierten Türchen unseres Schaubildes. „Mein Herz zerbricht“ war das Thema des Tages und es ging darum, wie Reue und Versöhnung gelingen können. So schauten wir z. B. auf Zachäus, der immer zu viel Geld von seinen Mitmenschen genommen hat, deshalb war vieles in seinem Leben zerbrochen und niemand mochte ihn. Jesus aber sieht ihn, ist bei ihm zu Gast. Daraufhin will Zachäus ein besserer Mensch werden, mit den Menschen teilen und nicht mehr betrügen. Mit Psalm 51 konnten wir ein Gebet entdecken, das uns zur Reue und Umkehr ermutigt. So gingen wir auch der Frage nach, wo in meinem Leben Dinge kaputt gegangen sind, welche mir leidtun und bei denen ich um Versöhnung bitte, um neu zu beginnen. Für all diese Wege benötigen wir Gottes Segen, den wir uns täglich bei den Helfern vor dem Nachhausegehen abholen konnten. Wir konnten uns segnen lassen mit Glitzer, mit Duftöl, mit einem Tuch oder mit den Händen – EIN SEGEN TO GO.
 
Das letzte Türchen unseres Schaubildes war zu unserer großen Verwunderung leer. Das war der Platz, in dem wir unseren Dank für die RKW-Zeit in Großpostwitz zum Ausdruck bringen konnten. David hat ein Lied – Psalm 30 – gesungen, um sich bei Gott zu bedanken, dass er ihn in seinem Leben begleitet. Wir schrieben unseren Dank auf und hefteten ihn an unser großes Nagelbildherz.
Einen weiteren Rückblick, auf unsere gemeinsame Zeit, gibt das RKW-Tagebuch, welches in der Kirche ausliegt.
 
Ich möchte mich bei allen bedanken, denen unsere RKW in Großpostwitz eine Herzenssache war und ist. Bei Frau Angela Glienke, die mit mir inhaltlich die Woche getragen hat, bei Kaplan Ruhs, der die Woche bei uns war und mit uns Gottesdienst feierte, bei unserem motivierten und frohen Jugendhelferteam, bei unserem eingespielten Küchenteam Frau Jacob und Frau Dlabola, bei allen starken Zeltauf- und abbauern, bei allen fleißigen Menschen, die immer wieder für Ordnung und Sauberkeit sorgten, bei den Kuchenbäckern, die ihr Talent mit uns teilten, bei den Spendern von Eis und Melone, bei allen, die sich um Bastelmaterial gemüht haben, bei allen, die für ein gutes Gelingen beteten, bei den tollen RKW-Teilnehmern. Gemeinsam können wir viel erreichen. Wir freuen uns auf die nächste RKW, traditionell in der ersten Sommerferienwoche in Großpostwitz.
 
„Nun kann ich dich mit meinen Liedern loben, nie will ich verschweigen, was du für mich getan hast.
Immer und ewig will ich dir danken, Herr, mein Gott!“
Psalm 30
 
Iris Lehmann