
50. Weihejubiläum der Kapelle „Allerheiligen“

Am 31. März 1975 ging eine 28-jährige Zeit der Provisorien für die Gemeinde in Sohland zu Ende. An diesem Tag konnte Bischof Gerhard Schaffran die neuerbaute Kapelle, die Gemeinderäume und die Pfarrwohnung weihen.
(v.l.n.r.: Pfarrer Hubert Groß, Bischof Gerhard Schaffran, Pfarrer Hermann Scheipers)
Ein lang gehegter Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus ging in Erfüllung. Unter Leitung des damaligen Pfarrers Hubert Groß wurde 1970 mit dem Bau begonnen. Im Gebäude steckt neben unzähligen Arbeitsstunden der Gemeindemitglieder, neben vielem Schweiß und Herzblut auch eine gehörige Portion Gottvertrauen. Viele bürokratische Hürden waren zu umgehen, um etwas zu schaffen, was es nach Verständnis der DDR-Oberen nicht geben konnte. So durfte die Kirche offiziell kein Land erwerben, weshalb das Grundstück mit dem noch abzutragenden Gebäude vorerst nur gepachtet werden konnte. Die Kapelle konnte nur eingerichtet werden, da die Pfarrwohnung mit ins Gebäude integriert wurde. Gegen eine „Hauskapelle“ fanden sich scheinbar keine tragbaren Argumente.
Leider konnte durch diesen Winkelzug die ursprüngliche Planung mit der Kapelle im Erdgeschoss nicht verwirklicht werden, weshalb wir nun schon 40 Jahre Treppen steigen müssen, was besonders den älteren Gemeindemitgliedern doch einige Mühe bereitet. Ebenso war die Statik der Decken komplett neu zu überarbeiten.
Jedes Jubiläum lässt zurückschauen, muss aber auch die Zukunft im Blick haben. Seien wir dankbar für das viele Gute, das wir als Gemeinde hier in Sakrament und Gemeinschaft erfahren durften, an diesem Ort der Begegnung mit Gott und untereinander.
Bei aller Freude und Dankbarkeit darf auf keinen Fall die brüderliche Gastfreundschaft der evangelischen Kirchgemeinde in Sohland vergessen werden. Sie hatte bis 1975 der vornehmlich aus Heimatvertriebenen bestehenden katholischen Gemeinde ihre Räume zur Mitbenutzung überlassen.
Seit dieser Zeit sind nun schon zwei Generationen nachgewachsen. Herausforderungen müssen angenommen werden, um dieses Erbe in der Gegenwart mit Leben zu erfüllen. Tragen wir die Freude und dieses Gottvertrauen der Generationen vor uns weiter und schöpfen wir aus der Kraft unseres Glaubens, die unsere Gemeinde auch weiterhin inspirieren möge.
Peter Pietsch und Andrea Ebert