Zufriedenheit
Zufriedenheit
„Du siehst so unzufrieden aus“, bemerkte ein Eimer zu seinem Kameraden, als sie zum Brunnen kamen. „Ach“, meinte der andere, „ich dachte gerade daran, wie nutzlos es ist, immer wieder neu gefüllt zu werden, wenn wir doch immer wieder leer zurück kommen.“
„Na sowas“, sagte der erste, „so habe ich das noch gar nicht gesehen. Ich freue mich immer über den Gedanken, dass wir, obgleich wir leer kommen, doch immer gefüllt wieder weggehen.“
H.L. Gee
Liebe Leserinnen und lieber Leser, aus unserem heutigen Text sprechen uns der Pessimist und der Optimist entgegen. Während der eine über die Sinnlosigkeit seines Lebens nachdenkt und darüber ganz unzufrieden ist, sieht der andere die Fülle seines Lebens. Er ist überrascht, dass andere den Reichtum des Lebens gar nicht wahr nimmt.
Eine Begegnung zweier Eimer, tagtägliche Gefäße, Dinge unseres Alltags. Haben Sie gewusst, dass die sich solche Gedanken machen, wenn wir sie zum Aufwischen mit Wasser füllen?
Beim Lesen dieses Textes fühlte ich mich an den Besuch der sonntäglichen Heiligen Messe erinnert. Jeder Besucher dieser Messe hat seinen ganz persönlichen Beweggrund, um sich allsonntäglich auf den Weg zu machen.
Ich besuche die Messe, weil es für mich zu einem Bedürfnis geworden ist. Zum Glück habe ich die Kirche im eigenen Haus. Wenn ich mal woanders zur Messe gehe und ich dann, wieder zuhause, während der Messe in meiner Wohnung bin, dann fühle ich mich ganz unwohl. Ich höre die Musik und die Gebete und bin in Gedanken doch bei dieser Messe dabei. Es fehlt mir, nicht dort zu sein.
Ich bin sicher, dass auch einigen von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, am Sonntag etwas fehlen würde, wenn sie die Kirche und die Gemeinde nicht aufsuchen würden. Und ich erlebe das auch bei den Menschen, die ihre Häuser nicht mehr verlassen können. Sie versuchen mit Hilfe des Fernsehens Teil der Gottesdienstgemeinschaft zu sein. Auf diese Weise den Sonntag zu heiligen und aus den anderen Wochentagen heraus zu heben. Sonst sind doch alle Tage einerlei!
Wie war das mit den Eimern?
Beide Eimer kamen leer zum Brunnen, beide wurden gefüllt. Für den einen war es vergebens, für den anderen war es erfüllend!
Wenn wir also als Geschöpfe Gottes die Heilige Messe besuchen, dann ist es doch vergleichbar –
vom Grau des Alltags, vom Sich-Verschenken an andere Menschen fühlen wir uns immer leerer. In der Messe können wir aufgefüllt werden, auftanken an den Worten Gottes, vor allem aber durch den sich selbst schenkenden Herrn, Jesus Christus!
Für den einen sinnlos? Für den anderen Lebens-spendend!
Es liegt in Ihrer Hand, liebe Leserinnen und Leser, auf welche Weise Sie sich beschenken lassen möchten. Sie entscheiden durch Ihre ganz eigene Entscheidung, ob Sie die Gaben Gottes als Sinn-voll annehmen möchten. Ich möchte Ihnen freudig zurufen: Greifen Sie zu! Nehmen Sie es in die Hand, das Geschenk Gottes, Ihr Leben!





