Wie spielt man Frieden
Da ging ein alter Mann über einen freien Platz. Er beobachtete eine Gruppe Kinder, die offensichtlich „Krieg“ spielten. Mit Stöcken und grellen „Päng – Päng – Schreien“ rannten sie aufeinander los. Auch ganz Kleine waren dazwischen.
Nachdenklich stand der Mann eine Weile in der Nähe, dann ging er entschlossen auf die Gruppe zu und sagte bittend: „Spielt doch nicht Krieg, Kinder!“
Der bittende Klang der Männerstimme machte die Kinder betroffen. Sie zogen sich an eine Mauer zurück, und berieten eine Weile miteinander. Dann kamen sie wieder zu dem Mann, der immer noch dastand als hoffe er auf etwas, und ein Kind fragte: „Wie spielt man Frieden?“
(nach Jörg Zink)
Als ich diesen Text las, dachte ich eine Weile darüber nach, was und womit denn unsere Kinder heute spielen. Haben sie Kinder oder Enkel? Doch sicher haben wir alle schon spielende Kinder gesehen oder erinnern uns an eigene Spiele.
Spannend muss es sein! Meist gibt es Gute und Böse.
In der früheren Kinderzeit spielten wir „Räuber und Gendarm“ oder „Indianer und Cowboy“. Fangspiele oder Verstecken, doch genau betrachtet waren auch dabei immer Sieger und Unterlegene. Waren es deswegen „Kriegsspiele“?
Wie spielt man Frieden? Dahinter verbirgt sich für mich die Frage, wie lerne ich im Spiel, Konflikte gewaltfrei zu lösen.
In meinen Überlegungen spazierte ich durch eine Spielwarenabteilung in einem großen Kaufhaus.
Machen sie sich mal den Spaß (vielleicht während ihr Kind oder Enkel die anstrengende Aufgabe hat, sich aus dem Überangebot etwas auszusuchen) – zählen sie mal die Spielwaren, bei denen kriegerische Auseinandersetzungen, Schlachten und Eroberungen die Spannung erzeugen.
Deutlicher wird es noch im Fernsehprogramm. In einer Befragung bekannten sich Schüler einer sechsten Klasse an einem Gymnasium, dass sie an einem durchschnittlichen Wochenende ca. 12 Stunden vor dem Bildschirm (PC hinzugerechnet) verbringen!!
Beim Fangenspiel ist der Friedensschluss doch sozusagen gratis, wenn alle Mitspieler am Ende gemeinsam geschafft etwas trinken gehen oder einfach zusammen nach Hause laufen. Doch wie löst sich der Konflikt am Bildschirm? Durch den Knopfdruck? Trägt ihn die kindliche Seele nicht mit sich? In den elektronischen Spielen ist der Konflikt gelöst, wenn der Feind zerstört ist.
Wie spielt man Frieden?
Dieses „Spiel“ beginnt im ganz Kleinen, im Alltäglichen.
Wenn wir, ja – auch wir Erwachsene lernen, die Gemeinschaft zu schätzen. Im gegenseitigen Geben und Nehmen Freude zu empfinden, auch wenn der andere es anders tut als ich. Toleranz und Achtung, gewürzt mit couragiertem Auftreten ermöglichen ein Miteinander.
Probieren sie doch mal den Februar bewusst mit einem Lächeln zu verschönern.
Noch müssen wir auf den Frühling warten, doch mit dem geschenkten Lächeln kehrt ein Blumenstrauß zu ihnen zurück!





