Warum toben die Völker
Warum toben die Völker (Psalm 2)
Warum toben die Völker, / warum machen die Nationen vergebliche Pläne?
Die Könige der Erde stehen auf, / die Großen haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten.
«Lasst uns ihre Fesseln zerreißen / und von uns werfen ihre Stricke!»
Doch er, der im Himmel thront, lacht, / der Herr verspottet sie.
Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn, / in seinem Grimm wird er sie erschrecken:
«Ich selber habe meinen König eingesetzt / auf Zion, meinem heiligen Berg.»
Den Beschluss des Herrn will ich kundtun. /
Er sprach zu mir: «Mein Sohn bist du. / Heute habe ich dich gezeugt.
Fordre von mir und ich gebe dir die Völker zum Erbe, / die Enden der Erde zum Eigentum. Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule, / wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.»
Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht, / lasst euch warnen, ihr Gebieter der Erde!
Dient dem Herrn in Furcht / und küsst ihm mit Beben die Füße, damit er nicht zürnt /
und euer Weg nicht in den Abgrund führt. Denn wenig nur und sein Zorn ist entbrannt. / Wohl allen, die ihm vertrauen!
Liebe Leserinnen und Leser,
versuchen Sie einmal den Text in die heutige Sprache zu übersetzen!
Ich finde diese alte Mahnung hat eine hohe Aktualität.
Er berichtet von der Erfolglosigkeit der Politik, von gescheiterten Plänen, von Kriegen und davon, dass die Mächtigen nicht mehr aus dem Glauben an Gott handeln, d.h. sich auch nicht mehr an die Gebote halten. Das Ergebnis wird in der letzten Zeile beschrieben, der Abgrund. Und das vor dreitausend Jahren!
Hat sich seitdem etwas geändert?
Völker reiben sich in Kriegen auf, auch wenn es inzwischen einen internationalen Gerichtshof gibt, werden ganze Völker dahin gemordet. Nationen machen vergebliche Pläne – ich fühle mich dabei an die Reihe von Rettungsfonds zur Stabilisierung des Euros erinnert, um damit unser Wirtschaftssystem erhalten zu können. Die Großen haben sich verbündet gegen den Herrn - Deutschland streitet über den Papst-Besuch, wie im Hamburger Abendblatt vom SPD-Abgeordnete wollen die Rede im Bundestag boykottieren. Die Grünen sind gespalten. Hoffnung für den Papst spenden ausgerechnet die Muslime.
Da kann ich mir Gott geradezu personell vom Himmel schauend vorstellen, wie er den Kopf schüttelnd über uns Menschen lacht.
Bin ich als bekennende Christin deshalb besser?
Die Warnung, die Gott mir vor Augen hält bedeutet Demut und Gottvertrauen.
Im Alltag bedeutet das für jeden von uns, sich Gottes Gegenwart vor Augen zu halten. Bei den Benediktinern heißt es: Ora et labora! – Bete und arbeite!
Erst das Gebet, dann die Arbeit.
Ich möchte Sie, liebe Leserinnen und Leser, einladen, diesen Monat bewusster im Gebet zu verbringen. Das Maß bestimmen sie selbst, ob es ein Kreuzzeichen vor Beginn ist oder ein Vater unser, bis hin zum bewussten Gespräch mit Gott. Aber beten sie, bevor sie eine Arbeit beginnen!
Dazu segne sie unser dreifaltiger Gott – der Vater, der Sohn und der Heilige Geist!




