Samenkörner
Samenkörner
Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen.
Als er die Körner ausstreute, fielen einige auf den Weg. Dort wurden sie zertreten und von den Vögeln auf gepickt. Andere fielen auf felsigen Grund, der nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Sie ging rasch auf; aber als die Sonne kam, vertrockneten die jungen Pflanzen, weil sie nicht genügend Erde hatten. Wieder andere fielen in Dornengestrüpp, das bald die Pflanzen überwucherte und erstickte, so das sie keine Frucht brachten.
Doch einige fielen auf guten Boden, gingen auf, wuchsen und brachten Frucht. Manche hatten Ähren mit dreißig, andere mit sechzig, wieder andere mit hundert Körnern.
(nach Markus 4,3-8)
Vergangenes Frühjahr kaufte ich mir drei Tüten mit Sommerblumensamen, die ich vor meinem Haus aussähte. Ich habe den Samen jedoch einfach nur auf den Boden ausgestreut. Nur ein Teil des Samens ging auf. Diese Erfahrung kennen Sie sicher auch, selbst wenn der Samen gut eingearbeitet wird und man ihn sorgsam pflegt, es liegt nicht alles in der Hand des Bauern.
Der Evangelist Markus spricht in dem Gleichnis von der Frucht der Frohen Botschaft.
Wenn wir die Worte Gottes hören, so trifft sie uns in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen.
Ja selbst das Hören oder Lesen dieser Botschaft ist verschieden.
Als ich mich als junger Mensch auf meine Taufe vorbereitete, unterstrich ich in meiner Bibel die Stellen, die mir jeweils besonders wichtig verkamen, die mich berührten. Mein damaliger Pfarrer sagte mir dann einmal, als ich ihm davon erzählte: Du wirst eines Tages deine ganze Bibel unterstrichen haben.
Die Worte Gottes sind eine bunte Tüte voller Samen. Manche dieser Worte gehen verloren, fallen auf den Weg, wo ihn die Vögel fressen und sie gar nicht erst aufgehen, weil uns diese Botschaft in der Situation gar nicht erst erreicht. Diese Worte dringen gar nicht erst zu unserem Herzen vor.
Wenn Sie sonntags das Evangelium und eine Predigt hören, dann versuchen Sie sich einmal daran zu erinnern, was sie gehört haben. Sie werden erstaunt sein, wie wenig Sie davon noch in Erinnerung haben.
Dann gibt es Schriftstellen, die uns aufgrund von Erfahrungen oder Interpretationen nur auf Umwegen erreichen. Wir sind befangen, und die Worte Gottes fallen durch ein Dornengestrüpp oder auf Felsen. Sie dringen in uns ein, aber Gottes Wort kann uns nicht ganz durchdringen.
Einige Samen aus Gottes wunderbaren Reichtum berühren uns ganz tief im Innern. Diese zu leben ist ein großer Gewinn, denn mit ihnen bricht Gottes Reich in uns an. Und dieses eine Wort Gottes, was sich in uns entfaltet, bringt dann dreißig-, sechzig-, ja hundertfach Frucht.
Freré Roger sagte einmal: Lebe das, was Du vom Evangelium verstanden hast.
Dazu möchte ich Sie ermutigen. Hören oder lesen Sie in diesem Sommer Gottes Wort und versuchen Sie das, was Sie von diesem Wort verstanden haben zu leben. Dieser Same wird ihr Leben bunter machen, wie eine Tüte Blumensamen, die in ihrem Leben aufgeht!
Ihre Gemeindereferentin J. Fiswick




