Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt
Worte der Weisheit
Liebe Leserinnen und Leser,
diejenigen unter ihnen, die mit meinen Impulsen vertraut sind, wissen, dass ich bisher ein Zitat, einen Spruch, eine Weisheitsgeschichte als Einstieg für meine Überlegungen zu Hilfe nahm. In der Regel waren sie aus dem Büchlein: „Blätter die uns durch das Jahr begleiten“ von Barbara und Hans Hug (Hrsg.).
Nun möchte ich ein neues Kapitel aufschlagen und lade sie herzlich ein zu einer Reise in das Buch der Psalmen. Die 150 Psalmen der Einheitsübersetzung unserer Bibel gehören zur Weltliteratur und berühren thematisch alle Bereiche des Lebens. Und auch, wenn sie schon vor mehr als 3000Jahren entstanden, ist der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Nöten, seinen Freuden und Sehnsüchten doch gleich geblieben. Erstaunlich – nicht!
Ich möchte sie auf dem Weg zu den Psalmen begleiten und sie anstoßen, den einen oder anderen vielleicht selbst nachzulesen, denn die meisten werde ich, wegen ihrer Länge, nicht in Gänze zitieren können.
Was bringt ihnen das?
Sie gewinnen einen Einblick in die Weisheit, das Wissen vieler Menschen- generationen um das Wirken Gottes in unserer Welt. Wir werden in den Dialog einsteigen, die Beziehung Gottes zu uns Menschen und umgekehrt.
Jeder von uns steht doch in der Verantwortung sein Leben so zu gestalten, dass er seine Persönlichkeit entfaltet zum Wohle der Menschheit. Dafür gibt es verschiedene Wege, auf kontemplative fürbittende Weise oder als caritativ aktiver Mensch. Jeder Mensch kann in der Besinnung und im Gebet seinen ganz eigenen Weg für sich entdecken, unter Gottes Beistand und Weisung.
Wichtig dabei ist in sich hinein und auf Gott zu hören. Es gibt dafür das Wort
Be – Sinnen, also den Sinn suchend zu leben.
Und so möchte ich ihnen mit dem ersten Psalm Mut machen! Mit dem Bild des Baumes Kraft zu schöpfen aus Gottes Nähe. Dafür wünsche ich Ihnen gutes Gelingen! Ihre Gemeindereferentin – Jacqueline Gabener
Psalm 1: Die beiden Wege
Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, /
nicht auf dem Weg der Sünder geht, /nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, /
über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.
Er ist wie ein Baum, /der an Wasserbächen gepflanzt ist,
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt /
und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, / wird ihm gut gelingen.
Nicht so die Frevler: /Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen /
noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, /
der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.




