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Miteinander warten

Miteinander warten …

Die Mutter zündet eine Kerze am Adventskranz an. Jakob schaut in den Kerzenschein.
„Warum muss man so lange auf das Christkind warten?“ – fragt er – „Vier große Kerzen lang!“
„Auf etwas Schönes muss man meistens warten“, sagt die Mutter. „Etwas Schönes braucht Zeit zum Wachsen. Zum Beispiel bis ein Kind geboren wird. Damals haben die Menschen lange Zeit auf die Geburt des Christkindes, des Messias gewartet. Sie fragten sich, wann es endlich kommen würde.
Auch Maria hat auf die Geburt ihres Kindes, des Christkindes, warten müssen.“

„Hast du auf mich auch warten müssen?“ – fragte Jakob. „Ja freilich!“, sagte die Mutter, „und dann habe ich mich sehr gefreut!“
Jakob schaute wieder in den Kerzenschein und sagte nach einer Pause: „Miteinander warten ist nicht so arg!“
(nach Lene Mayer-Skumanz)

Wer Kinder hat, der weiß, dass das mit dem Warten auf Weihnachten so eine Sache ist.
Die Kinder sind voller Erwartung, gespannt und ungeduldig. In der Vorfreude mit ihnen vergeht die Adventszeit meistens ganz schnell. Und auch für uns Erwachsene ist die Erinnerung an die Kinderzeit meist auch mit Erinnerungen aus der Advents- und Weihnachtszeit verbunden.

„Vorfreude ist die schönste Freude!“ – das Warten der Adventszeit ist für unsere Kinder die Freude auf das, worauf sie meist schon lange warten und was im normalen Alltag meist unerreichbar scheint – ein ganz besonderes Geschenk! Doch dieses Geschenk ist ja meist nicht nur das Ding ansich, sondern auch die ganz besondere Atmosphäre dieser Tage, die gemeinsame Zeit.

Für viele Familien auch eine besondere Belastung, auch für Menschen, die sich getrennt haben, denn Familie als solche ist an diesen Tagen als besonderer Wert erfahrbar und wird ja auch deutlich in dem, was wir in der Heiligen Nacht betrachten: die Heilige Familie!

Ja, wir warten!
Wissen Sie denn noch, worauf Sie warten?
Wissen Sie, auf wen Sie warten dürfen?
Jesus Christus, der Sohn Gottes wird in unsere Welt hinein geboren.
In unsere Welt hinein! Nicht einfach nur vor zweitausend Jahren, nein – er wird immer wieder in jeden von uns hinein geboren. Jesus wartet auf uns, miteinander warten wir!
Wenn wir das wissen, ist das „miteinander warten nicht so arg!“

Und so möchte ich Sie einladen, diese Zeit des Wartens bewusst mit IHM zu gehen,
mit IHM zu sprechen, zu den Menschen, denen Sie begegnen. So geben wir ein Stück Leben, ein Stück Liebe, ein Stück Licht in unsere Welt hinein.
Damit wir einander begegnen und die Adventszeit eine Zeit des Miteinander wird!

Es grüßt Sie – J. Fiswick