Startseite
Sie sind hier: Startseite » Pastoral » Geistlicher Impuls

Jakob ringt mit Gott

Jakob ringt mit Gott

Schrifttext aus dem Alten Testament Buch Genesis 32,25-29

Da trat ihm ein Mann entgegen und rang mit ihm bis zum Morgengrauen. Als der andere sah, dass sich Jakob nicht nieder ringen ließ, gab er ihm einen Schlag auf das Hüftgelenk, so dass es sich ausrenkte. Dann sagt er zu Jakob: „Lass mich los; es wird schon Tag!“
Aber Jakob erwiderte: „Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest!“
„Wie heißt du?“, fragte der andere, und als Jakob seinen Namen nannte, sagte er: „Du sollst von nun an nicht mehr Jakob heißen, du sollst Israel heißen! Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.“

Zwei wichtige Gedanken aus dieser Schriftstelle möchte ich besonders hervor heben – und sie sollen Ihnen, lieber Leser, Mut machen.
Mut zur Freude!

Mit Gott ringen, mit seinem Glauben ringen – etwas Uraltes!
Dieser Schrifttext ist mehrere Jahrtausende alt und berichtet vom Ringen eines Menschen mit seinem Glauben, ja mit Gott selbst.
Dieses Ringen hinterlässt Spuren, es ist schmerzhaft und Jakob wird zeit seines Lebens nicht mehr frei sein davon. Dieser Glaubenskampf verändert sein ganzes Wesen. Dies wird in der Namensänderung deutlich.
Jakob war ein Mensch, der seinen Weg gegangen ist. Er wusste seine Ziele zu erreichen. Wenn auch mit List. Er hinterging seinen Bruder, um ein besseres Erbe zu erschleichen. Er blieb hartnäckig, um seine geliebte Lea zur Frau zu bekommen. Jakob ist also kein Mensch, der einer Auseinandersetzung aus dem Weg geht.
„... und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.“ - Sie kennen es ebenso wie ich. In den zwischenmenschlichen Beziehungen geht es nicht ums Siegen. Denn in einer guten Beziehung gewinnen all Beteiligten, im Geben und Nehmen. Aber es kommt darauf an, dass wir uns in Beziehungen begeben. Leben heißt – mit Menschen kämpfen, umeinander ringen! Immer wieder aufeinander zugehen, den Mut zum ersten Schritt aufbringen, Lachen und Weinen zulassen, aber bitte: Ringen Sie um jede menschliche Beziehung, denn in ihr begegnen Sie immer auch Gott!

Und dies ist der zweite Gedanke, den ich für Sie hervor heben möchte:
„Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest!“
Im Segen Gottes an uns geschieht etwas sehr Aktives. Oft erfahre ich, dass Menschen während des Segnens in sich hinein kehren und den Segen selber körperlich erfahren, er kommt über sie oder durchdringt sie. Der Segen Gottes ist das durch und durch gewünschte JA an jeden von uns. In ihm drückt sich Gottes Liebe aus, sein JA ist die Form, wie er uns Menschen in dieses Leben hinein und wieder zu sich hin liebt.
Wenn Jakob Gott den Segen abringt (im wahrsten Sinne des Wortes), dann wünscht er sich Gottes eindringliches JA zu seinem Leben. Und Gott lässt sich ein auf diesen Kampf. Er will die aktive Auseinandersetzung mit sich, mit dem Leben, welches er uns schenkte.

„Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.“
Lieber Leser, vielleicht ist es ungewöhnlich, dass ich Sie zum Kampf auffordern will.
Dennoch will ich Ihnen Mut machen, mit sich und in Ihren Beziehungen für Gott und mit Gott zu ringen, um dieses Leben, dass er uns schenkte. Ringen Sie um seinen Segen, um das uneingeschränkte JA Gottes in Ihrem Leben.


Ihre J. Fiswick (Gemeindereferentin)