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Freude am Tun

Freude am Tun

Der Fuchs betrachtete bei Sonnenaufgang seinen Schatten und sprach:
„Heut Mittag will ich ein Kamel verschlingen.“
Den ganzen Morgen suchte er nach Kamelen.
Am Mittag betrachtete er wiederum seinen Schatten und sprach:
„Eine Maus wird auch genügen.“
Kahlil Gibran

Haben Sie auch gelächelt, als Sie diese Geschichte lasen?
Liebe Leserinnen und Leser!

Es ist eine Geschichte, die wir alle so oder ähnlich ja auch schon erlebt haben.
Nehmen wir einmal an, Sie haben gut geschlafen und wachen ausgeruht auf. Sie sehen aus dem Fenster, ein strahlender Morgen! Wir ziehen uns an, frühstücken und dann gehört der Tag uns. Es ist ein guter Morgen, um eine schon lang aufgeschobene Arbeit zu erledigen. Sie haben immer wieder ein Gespräch mit jemand vor sich her geschoben – jetzt ist die Zeit! Endlich mal ein Morgen, an dem Ihnen nichts weh tut, dann gehen Sie endlich mal wieder raus oder besuchen einen Nachbarn. Ja, so ein Morgen kann richtig viel in uns selbst bewegen, man könnte Berge versetzen!

Nach und nach holt uns dann wieder die Realität ein.
Wir spüren, dass es doch nicht so voran geht, wie wir gehofft hatten. Auf Arbeit treten unerwartete Probleme auf, der Gesprächspartner hat keine Zeit und gegen Mittag sind auch die Schmerzen wieder da.
Alles umsonst?

Nein, der Morgen brachte uns Hoffnung, Erwartung, Energie!
Wenn schon der Morgen grau ist – und auch das kennen wir ja alle – dann fällt es uns viel schwerer mit dem Anfang des Tages. Dann müssen wir uns regelrecht aufraffen.


Der Prophet Kohelet (10,6f) beschrieb den Tageslauf und die Bedeutung unseres Tuns mit seinen eigenen Worten, die ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser mit in Ihre Tage geben möchte.

„Am Morgen beginne zu säen, auch gegen Abend lass deine Hand noch nicht ruhen; denn du kannst nicht im Voraus erkennen, was Erfolg haben wird, das eine oder das andere, oder ob sogar beide zugleich zu guten Ergebnissen führen.
Dann wird das Licht süß sein / und den Augen wird es wohl tun, die Sonne zu sehen. Denn selbst wenn ein Mensch viele Jahre zu leben hat, / freue er sich in dieser ganzen Zeit / und er denke zugleich an die dunklen Tage: / Auch sie werden viele sein. / Alles, was kommt, ist Windhauch.“

Von Aussaat spricht der Prophet, mit Gedanken, Worten und Taten. Nicht nur die Arbeit ist Aussaat! Ihr gutes Wort, Ihr Gebet, Ihre Hände können auf ganz unterschiedliche Weise säen. Erfreuen Sie sich an Ihrem Tun! - will Ihnen der Prophet zurufen, denn ob ihr Tun Frucht bringt, ist Windhauch, liegt nicht in unseren Händen.

Liebe Leserinnen und Leser, freuen Sie sich an dem, was immer sie auch tun! Ich wünsche Ihnen dabei Gottes Segen!