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Ein Kaufmann

Ein Kaufmann wollte auf Reisen gehen.
Er nahm sich einen Gehilfen und stellte ihn in den Laden;
er selbst hielt sich zumeist in der angrenzenden Stube auf.
Von da aus hörte er im ersten Jahr zuweilen,
wie der Gehilfe zum Käufer sagte:
„So billig kann es der Herr nicht hergeben.“
Der Kaufmann reiste nicht.
Im zweiten Jahr vernahm er mitunter:
„So billig können wir’s nicht hergeben.“
Er verschob noch die Reise.
Aber im dritten Jahr hieß es:
„So billig kann ich’s nicht hergeben.“
da trat der Kaufmann seine Reise an.
(Martin Buber)

Ich musste mir den Text erst zwei Mal durchlesen, bevor mir die Augen auf gingen.
Eigentlich ist es ja ganz einfach!
In meinem Impuls für diesen Monat möchte ich Sie zu diesem Einfachen recht herzlich ermutigen: Machen Sie die Augen auf! Es ist nur eine ganz kleine Veränderung, die alles in Bewegung setzt. Die den Kaufmann beruhigt fahren lässt.
Der Herr – wir – ich!
Wir kennen das doch: will man eine Aufgabe ganz erledigen, muss man eins mit ihr werden.
Als der Gehilfe sich mit dem Geschäft des Kaufmannes identifiziert: - kann ich’s nicht hergeben – kann der Kaufmann beruhigt auf Reise gehen.
Wie sehr wünsche ich mir diese Einstellung für unsere Pfarre und Gemeinden!
Wenn wir eins wären, mit den Anliegen und Aufgaben unserer Gemeinschaft, wie würden wir nach außen hin strahlen. Wie würde unsere Gemeinschaft an Kraft gewinnen, so dass jeder auch mal beruhigt auf Reise gehen könnte und sich dennoch in unserer Gemeinschaft aufgehoben weiß. Und nicht immer nur die Gleichen müssten die Aufgaben stemmen, die eine Gemeinschaft zwangsläufig mit sich bringt, so wie es in jeder Familie üblich ist.

Ich möchte Sie ermutigen, aus dem - die Gemeinde – ein wir und letzten Endes ein - ich bringe mich ein in unsere Gemeinschaft - zu machen. Und ich versichere Ihnen, dass Sie vieles gewinnen werden. Denn auch wenn dem Gehilfen das Geschäft am Ende nicht gehört, so hat er menschlich alles von seinem Meister bekommen. Er ist im WIR aufgegangen und hat dabei sich selbst gewonnen, Selbsterkenntnis und Selbstvertrauen, durch die ihm übertragenen Aufgaben.
Ich wünsche Ihnen und unseren Gemeinden diese Erfahrung der tragenden Gemeinschaft! Frohen Mut!