Dankbar
Dem Hungrigen gehört das Brot, das du zurück hältst,
dem Nackten das Kleidungsstück, das du im Schrank verwahrst,
dem Barfüßigen der Schuh, der bei dir verfault,
dem Bedürftigen das Silber, das du vergraben hast.
Du tust also vielen Unrecht, denen du hättest helfen können.
(Basilius d. Große, 330-379 n.Chr.)
Zu Beginn des Monats Oktober wird in den Gemeinden allerorts Erntedank gefeiert.
Die Gottesdiensträume sind festlich mit den Früchten der Felder und Bäume geschmückt und es breitet sich ein angenehmer Duft nach frischen Äpfeln aus.
Als ich in Vorbereitung dessen in den hergerichteten Kirchraum kam, fiel mir das bekannte Sprichwort ein: Wir ernten die Früchte dessen, was wir säen!
Dankbar wollen wir sein.
Und wir sollten wirklich dankbar dafür sein, dass es in Deutschland immer noch Bauern gibt, die den Acker bestellen und ernten, die Vieh großziehen, Milch und Fleisch produzieren.
Aus vielen Gesprächen mit ihnen weiß ich, dass die kleinen und mittleren Betriebe nur noch nebenberuflich bewirtschaftet werden können. Da muss man wirklich schon mit Liebe zum Land geboren sein.
Ebenso ist es mit den vielen Kleingärtnern. Die Ernte und Verarbeitung im eigenen Garten ist schon lange nicht mehr wirtschaftlich, vergleicht man die Preise im Supermarkt.
Ich habe keinen Garten, doch selbst gepflückte Äpfel riechen und schmecken einfach besser.
Die eigene Marmelade ist ein freudiges Ereignis bei jedem Frühstück.
Die aufgelesenen Nüsse, die Brombeeren vom Strauch, die frischen Möhren, …
Was steckt eigentlich dahinter – bewusstes Leben, Wahrnehmen, was mir begegnet und was ich wirklich brauche!
Basilius hat es in der Negation ausgedrückt.
Wenn Sie, lieber Leser schon mal umgezogen sind, wissen Sie, was ich meine.
Wie viel sammelt sich an, was wir nur selten oder eigentlich gar nicht brauchen.
Wie vieles lassen wir achtlos in den Ecken, Speichern und Kellern liegen, weil uns der Gedanke nicht los lässt: vielleicht brauchen wir es ja doch mal.
Bewusst leben:
dankbar für das Mahl, was uns Gott jeden Tag zur Verfügung stellt.
Genießen Sie den Bissen, den Geschmack, der sich im Mund ausbreitet!
Das Kleidungsstück, das wir schon so lange haben: wollen Sie es wirklich noch tragen? – dann ziehen Sie es doch morgen an, oder jetzt gleich, wenn Sie fertig sind mit Lesen.
Machen Sie doch mit Ihrem Partner/Partnerin, Ihren Kindern oder Enkeln eine Modenschau – vielleicht geht ein Stück an jemanden weiter, der Sie liebt.
Glauben Sie mir, das ist wirklich schön – wissend und liebend zu leben!
Ihre J. Fiswick (Gemeindereferentin)





