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Gemeindetraditionen

Herbergssuche

„Wir sind allein in dieser Welt. Verschlossen ist uns jedes Haus, und alle weisen uns hinaus. Wer will uns Herberg geben?“

Die Worte Marias und Josefs in diesem adventlichen Lied wollen auch uns heute ansprechen. Sie fragen uns, ob wir bereit sind, unsere Türen für Gott und die Mitmenschen zu öffnen.

Dieses Thema wurde 1986 mit der Einführung der Herbergssuche durch Pfarrer Alexander Paul aufgegriffen.
Mehrere Darstellungen des hl. Paares, das sich auf Herbergssuche befindet, wandern in der Adventszeit von Haus zu Haus. Die Familien kommen zusammen, um mit Freunden, Nachbarn, Einsamen und Kranken gemeinsam zu beten und zu singen und versuchen dabei, offen zu werden für Gott und die großen aktuellen Flüchtlingsprobleme.
Etwa 100 Familien aus Schirgiswalde, Großpostwitz und Wilthen beteiligen sich an der Herbergssuche.
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Hobbyschau

Auf Initiative von Pfarrer Alexander Paul wurde am 11. November 1984 die Schirgiswalder Hobbyschau ins Leben gerufen.
Sie ermöglicht allen Gemeindemitgliedern und darüber hinaus, ihre Hobbys und künstlerischen Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Die Ausstellung findet aller 2 Jahren (in Jahren mit gerader Jahreszahl) am
2. Adventswochenende im Elisabethsaal in Schirgiswalde statt. Zum gleichen Zeitpunkt findet in Schirgiswalde auch der Nikolausmarkt statt.
Zu bestaunen sind verschiedene Sammlungen, Eisenbahnen, Handarbeiten, Malereien und vieles mehr.
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Krippenausstellung

Zu einem Besuchermagnet hat sich die Weihnachtskrippen-Ausstellung, welche 1985 zum ersten Mal gezeigt wurde, entwickelt. Sie findet aller 2 Jahren (in Jahren mit ungerader Jahreszahl) statt. Träger der Ausstellungen ist der Krippenverein. Nähere Informationen finden Sie hier.
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Krippenspiel mit lebenden Tieren

Seit 1998 wird, wenn das Wetter es erlaubt, am Nachmittag des ersten Weihnachtstages (25. Dezember) eine Krippenandacht mit lebenden Tieren gehalten. Ort der Andacht ist der Scheunendurchgang im domstiftlichen Hof in der Nachbarschaft des Kinderhauses St. Antonius. Mit dem derzeitigen armseligen Aussehen der Scheune bietet sich dieser Ort dafür an. Gezeigt wird das Krippenspiel, welches am Heiligabend in der Kinderchristmesse aufgeführt wird.
Statisten sind Ochs und Esel und mehrere Schafe, die von einigen Gemeindemitgliedern gebracht werden.
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Sternsinger

Mit dem Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland, ...“ ziehen seit 1991 die Kinder der Pfarrgemeinde um das Fest Erscheinung des Herrn (Dreikönigsfest) durch die Straßen. Dabei schreiben sie den Segen für die Häuser an die Türen und sammeln Spenden für das Päpstliche Kindermissionswerk mit Sitz in Aachen.
Am ersten Sonntag nach Neujahr werden die Sternsinger im Familiengottesdienst feierlich ausgesandt. Am Nachmittag ziehen dann in Schirgiswalde bis zu 70 Kinder in mehreren Gruppen von Haus zu Haus und besuchen nach Möglichkeit alle Einwohner der Stadt (etwa 3100). In den Nachbarorten Crostau und Kirschau werden alle besucht, die einen Besuch wünschen.
Auch im Großpostwitzer Gemeindeteil besuchen die Kinder seit 2001 alle, die es wünschen.
Im Wilthen Gemeindeteil gibt es ab dem Jahr 2008 die Sternsinger, in Sohland seit 2009.
Die Sammelergebnisse der Kinder suchen ihresgleichen. Die gesammelten Spenden kommen seit einigen Jahren dem Kinder- und Jugendzentrum in der Gemeinde Segundo Montes in El Salvador zugute (Projekt 54 N des Kindermissionswerkes). Mit dieser Gemeinde und dem dort wirkenden deutschen Entwicklungshelfer Rudi Reitinger aus Konstanz steht der Eine-Welt-Verein Schirgiswalde und auch die Pfarrgemeinde seit langer Zeit in Verbindung.

Mitwirkende Kinder und Helfer sind bei der Sternsingeraktion jedesmal dringend gesucht und herzlich willkommen.
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Fasching in Schirgiswalde

Weit über die Stadtgrenzen hinaus ist Schirgiswalde als Faschingshochburg bekannt. Sei es durch den alljährlich stattfindenden Umzug oder durch eine der vielen tollen Faschingsveranstaltungen des Schirgiswalder Faschingsclub, wo Alt und Jung zusammenkommen.

Auch in unserer Pfarrgemeinde hat die Narrenzeit eine lange Tradition. Hier wird in allen Altersklassen kräftig gefeiert. Ganz egal ob Kindernachmittage, Jugendfröhliche, Gemeinde- oder Rentnerfasching: In unserer Gemeinde können sich alle Generationen von Bruder Karneval regieren lassen und richtig austoben. Stimmung und Ausgelassenheit waren bis jetzt immer garantiert.

Nach großen Jahren des Gemeindefaschings im Erbgericht wurde gemütlich im Elisabethsaal gefeiert. Doch seit einiger Zeit ist Fasching wieder voll im Trend. Ein brechend voller Gemeindsaal ist schon seit einigen Jahren keine Seltenheit mehr.

„Alles stillgestanden“ heißt es, wenn die Fanfare ertönt und die Mädchen der Tanzgruppen von Pfarrer Paul die alljährlich stattfindende Faschingsveranstaltung mit ihrem „Funken-Einmarsch“ eröffnen. Dann geht plötzlich das Licht aus. Ein Film der „Unbestechlichen“ flimmert über die Leinwand und leitet mit vielen Gags das Thema des jeweiligen Jahres ein. Zwei Stunden voller Humor, Tanz und Überraschungen schließen sich nun an. Spätestens wenn Büttenredner Andreas Wagner auf das Podest steigt, fangen sich die ersten Leute vor Lachen an zu biegen. Künstlerische Genüsse werden dann von den Tanzgruppen unserer Pfarrgemeinde dargeboten und das Männerballett mit Pfarrer & Co. schwebt anschließend mit atemberaubenden Kostümen über die Tanzfläche. Kritisch und humoristisch rundet das Kabarett „Die Optimisten“ die Veranstaltung ab.

Am großen Schirgiswalder Faschingsumzug beteiligen sich ebenfalls einige Gruppen der Pfarrgemeinde und gestalten jeweils einen Festwagen oder eine Laufgruppe.

Dank vieler Gruppierungen unserer Gemeinde hat der Fasching wieder einen hohen Stellenwert erreicht. Es wird wieder kräftig gefeiert. Das ganze Jahr über wird in vielen Bereichen viel Arbeit geleistet und das alles ehrenamtlich.
Also ganz unter dem Motto: „Wer feste arbeitet, der solle auch Feste feiern!“
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Fastenvorhang

Bis 1983 war es üblich, dass in der Fastenzeit der Hochaltar der Schirgiswalder Pfarrkirche vollständig durch ein großes Fastentuch verhüllt wurde.
Im Jahr 2006 wurde diese Tradition wieder aufgenommen. Ein neues, großes weißes Tuch mit einem übergroßen violetten Kreuz entzieht den barocken Hochaltar den Blicken der Gottesdienst- und Kirchenbesucher.
Die Fastenzeit wird somit auch zu einer Fastenzeit für das Auge. Das Tuch soll den Blick lenken auf den Charakter der Fastenzeit als vorösterliche Bußzeit.
Erst am Ostersonntag erstrahlt die Kirche wieder in ihrer ganzen Schönheit und vereint sich mit dem Osterlob der Gläubigen.
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Kreuzwegandacht in St. Georgenthal

Neben den Kreuzwegandachten, die in der Gemeinde gehalten werden, versammelt sich ein Teil der Pfarrgemeinde seit dem Jahr 2003 jeweils am 5. Fastensonntag zur Kreuzwegandacht am Kreuzberg/Křižova hora in St. Georgenthal/Jiřetin in der benachbarten Tschechischen Republik.
An genanntem Kreuzberg befinden sich an steilem Berghang die Stationen des Kreuzweges mit einer Kapelle, die seit 1759 Wallfahrtsort sind.
Sollte das Wetter es nicht erlauben, den Kreuzweg dort zu halten, so wird die Kreuzwegandacht in der Pfarrkirche von Schluckenau/Šluknov, wenige Kilometer südlich von Schirgiswalde in der Tschechischen Republik gehalten.
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Passionsspiel

Kathechetisches Spiel
In unserer Gemeinde gibt es sehr viele Kinder. So haben wir die Möglichkeit, zu bestimmten liturgischen Ereignissen, mit Kindern im kathechetischen Spiel der Gemeinde die „Ereignisse“ nahe zu bringen.
Am 5. Fastensonntag wird als Predigt in den Gottesdiensten das Passionsspiel der Kinder aufgeführt.
Wie überall spielen unsere Kinder am Heiligen Abend an allen Gottesdienstorten das obligatorische Krippenspiel. Darüberhinaus gibt es, wenn es die liturgische Zeit ermöglicht, auch weitere kathechetische Spiele zur Freude der Gemeinde aber auch der Kinder.
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Klappern an den Kartagen

Wenn am Gründonnerstagabend nach dem Gloria im Abendmahlsgottesdienst die Kirchenglocken verstummen - der Volksmund sagt, sie gehen nach Rom - so ziehen am Karfreitag und Karsamstag die Ministranten mit hölzernen Klappern zu den Angeluszeiten um die Kirche und ersetzen so die Glocken. Auch rufen sie am Nachmittag des Karfreitag zur Sterbestunde Jesu zum Gottesdienst. Die Anzahl der Runden um die Kirche richtet sich nach der jeweiligen Uhrzeit.
Bisher war das Klappern ein Privileg der Ministranten, in letzter Zeit können aber auch andere Kinder und auch Mädchen mitmachen.
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Osterkerze gestalten

Eine schöne Tradition im Wilthener Teil unserer Gemeinde ist das gemeinsame Gestalten der Osterkerze. Wir treffen uns an einem Sonntag in der Fastenzeit im Gemeinderaum. Viele bringen Ideen mit. Es werden Entwürfe begutachtet und zusammen wird entschieden, welches Motiv unsere Osterkerze haben soll. Dann machen sich einige begabte Gestalter daran, dies mit Wachsplatten und Wachsstiften umzusetzen.
Alle anderen gestalten kleinere Kerzen für die eigene Familie, um zur Osternacht ebenfalls ein ganz individuelles Osterlicht zu haben.
Neben dem gemütlichen Kaffeetrinken, netten Gesprächen untereinander und kreativen Tun keimt an diesem Nachmittag auch Vorfreude auf das bevorstehende Osterfest. Und ein wenig Stolz ist die Gemeinde schon auf ihre ganz persönliche Osterkerze.
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Osterkreuz

Alljährlich in der Osternacht kündet hoch oben am Mälzerberg über der Stadt Schirgiswalde ein hell leuchtendes Kreuz von der Auferstehung Jesu.
Es ist ein mehrere Meter hohes Holzkreuz, das von 30 Glühlampen erhellt wird. In früherer Zeit waren es Öllampen, die das Kreuz zum Leuchten brachten.
Die Tradition dieses Osterkreuzes geht wahrscheinlich bis in die Zeit des 30jährigen Krieges zurück. Sie wurde von Haus zu Haus und von Generation zu Generation in den jeweiligen Familien weitergegeben.
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Emmausgang Großpostwitz - Wilthen

Nach der Karwoche wird die Auferstehung Jesu im Gottesdienst in der Osternacht in besonderer Weise gefeiert und in die Familien hineingetragen. Bei den sorbischen Christen gibt es die Tradition, dass am Ostersonntag die Osterreiter zu Pferd die Botschaft von der Auferstehung Jesu von Dorf zu Dorf tragen. Am Ostermontag wird die Geschichte von den Emmausjüngern verkündet. Diesen erschien Jesus auf ihrer Wanderung. Sie beteten mit ihm und speisten zusammen. Jesus sagte: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Auch wir wollten Emmausjünger sein!

So machten wir uns vor ungefähr 10 Jahren das erste Mal als Gemeinde Wilthen auf den Weg nach Großpostwitz, unserem so genannten Emmausgang. Wir waren nicht mehr als 10 Leute, die mit der Gitarre und dem Povorello starteten, unterwegs Lieder sangen und einfach ins Gespräch kamen. In Berge bei Großpostwitz trafen wir auf eine kleine Gruppe Großpostwitzer, die sich aufgemacht hatten, uns entgegen zu gehen. So wuchs unsere Emmausgemeinde. Wir beschlossen den Tag mit einer Andacht in der Kirche und stärkten uns bei Kaffee und Kuchen im Gemeinderaum in Großpostwitz.

Unsere Emmausgemeinde wurde von da ab jedes Jahr ein Stück größer. Im vorigen Jahr zählten wir bereits 40 Wanderer. In einem Jahr gehen wir von Wilthen nach Großpostwitz und im nächste Jahr von Großpostwitz nach Wilthen, immer auf unterschiedlichen Wegen über oder um den Mönchswalder Berg. Jedes Mal bildet eine Andacht in der jeweiligen Pfarrkirche und ein gemeinsames Kaffeetrinken den Abschluss. Aber viel wichtiger sind die vielen Gespräche und die Gedanken, die wir unterwegs austauschen können. Für die Kinder sind die Ostereier am Wegesrand allerdings besonders wichtig.

So wächst eine Tradition von Jahr zu Jahr ein Stückchen weiter. Jedes Mal verabschieden wir uns mit den Worten: „Bis zum Emmausgang im nächsten Jahr!“
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Pestprozession in Schirgiswalde

Während in den sorbischen Gemeinden am Ostersonntag die Osterreiter die Botschaft der Auferstehung Jesu von Ort zu tragen, zieht seit 1632 in Schirgiswalde alljährlich, in heutiger Zeit am Ostermontag, die Pestprozession von der Kreuzkapelle zum Pestgrab nach Neuschirgiswalde.

Pfarrer Anton Mott schrieb in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts in einem Artikel für das St.-Benno-Blatt:
„Was die Pfarrchronik nicht mehr berichtet, das weiß die lebendige Überlieferung von Geschlecht zu Geschlecht zu erzählen.
Als zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges die Pest, genannt „Der schwarze Tod“ auch Schirgiswalde heimsuchte, raffte die Seuche in kurzer Zeit den größten Teil der Einwohner weg. Die Leichen schaffte man des Nachts über den Fuchsberg in eine Waldlichtung am Hahn, wo eine große Grube ausgehoben war, in die man sie hineinlegte und dann mit Kalk überschüttete. Heute liegt dort Neuschirgiswalde, und an der Stelle, wo man die Toten begrub, steht nahe dem Gasthaus „Zur frischen Quelle“ ein eingefriedetes Kreuz.
Zu diesem Kreuz zieht alljährlich am Ostersonntag nach dem Nachmittagsgottesdienst die Pestprozession auf Grund eines Gelöbnisses, auf das hin damals die Pest erlosch. Nur ein einziger Musikant war noch am Leben, der die Prozession begleitete und die Liedmelodien auf der Klarinette vorspielte. So wird es noch heute gehalten.“
Pfarrchronist Benno Töppel schrieb in seinem Buch „Geschichte der katholischen Pfarrgemeinde Schirgiswalde“:
„Schon seit Jahren erinnert ein Wegweiser auf dem Obermarkt, der einen Klarinettenbläser darstellt, an diesen religiösen Brauch. Jener Mann, der dem Schnitzer als Modell dafür gedient hatte, ist am letzten Tag des zweiten Weltkrieges, dem 8. Mai 1945, im Alter von 86 Jahren durch eine Gewehrkugel tödlich getroffen worden.“

Bis 1960 zog die Pestprozession, angeführt von einem Laien, aber nach 1945 ohne Klarinettenspieler, nach dem Vespergottesdienst von der Pfarrkirche zum Pestkreuz nach Neuschirgiswalde.



Seit 1960 führte der Pfarrer die Prozession an. Ab 1961 fanden die Prozessionen, bedingt durch Änderung der Gottesdienstzeiten, am Ostermontag statt.
Weil 1968 auch der Ostermontag als gesetzlicher Feiertag wegfiel, wurde die Prozession in den Jahren 1968 - 1970 nach der Abendmesse abgehalten. Da dies aber ungeeignet war, wurde sie seit 1971 auf den „Weißen Sonntag“, den Sonntag nach Ostern verlegt. Seit dieser Zeit zieht die Prozession nicht mehr von der Pfarrkirche, sondern nur noch von der Kreuzkapelle am Fuchsberg nach Neuschirgiswalde.
Seit 1993 findet die Prozessionen wieder am Ostermontag statt. In den letzten Jahren wird sie von den Schirgiswalder Bläsern musikalisch begleitet.
Während der Prozession wird neben dem Rosenkranz um Hilfe in den verschiedenen Nöten der Welt - Krankheit, Hunger, Krieg, Unfreiheit usw. - gebetet.
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Bittprozession in Schirgiswalde

„Bittet, dann wird euch gegeben.“

Das Bittgebet steht im Vordergrund der alljährlichen Bittprozession, die in Schirgiswalde in der Regel am Sonntag nach Christi Himmelfahrt gehalten wird.
Sie führt vom Stadtpark über die Kapplerbrücke hinauf zur Mälzerbergkapelle. Unterwegs wird in fünf Stationen in den verschiedensten Anliegen von Kirche, Gemeinde und Welt gebetet.

Bis 1970 wurden noch drei Bittprozessionen an den Bitttagen vor Christi Himmelfahrt gehalten, welche die verschiedenen Weg- und Feldkreuze in Schirgiswalde als Stationen hatten. 1970 wurde die Prozession auf den Sonntag vor den Bittagen verlegt und 1984 auf den heute üblichen Sonntag. Auch gab es bis 1971 noch die Markus-Prozession am 25. April.
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Maiandacht in Philippsdorf/Filipov

Im Monat Mai, der besonders durch die Verehrung der Gottesmutter Maria geprägt ist, findet seit 1991 an einem Sonntagnachmittag die Maiandacht in der Wallfahrtsbasilika im tschechischen Philippsdorf/Filipov statt.
Zu dieser Maiandacht kommen auch Mitglieder aller im Oberland liegenden deutschen Pfarreien und auch einige Tschechen. Die Gestaltung der Andacht liegt in den Händen der Pfarrgemeinde Schirgiswalde. Die musikalischen Mitwirkenden sind der Schirgiswalder Kirchenchor zusammen mit dem Chor der Oppacher Pfarrgemeinde St. Antonius und die Schirgiswalder Blasmusikanten.
Philippsdorf, seit 1873 Wallfahrtsort nach einer Erscheinung der Gottesmutter, ist neben Rosenthal seit jeher auch immer ein Wallfahrtsziel der Schirgiswalder gewesen.
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Musikalische Maiandacht

An einem Sonntag im Mai wird die Maiandacht in der Schirgiswalder Pfarrkirche von Kindern und Jugendlichen der Gemeinde musikalisch gestaltet. Dabei können diese zur Ehre Gottes, der Gottesmutter und der Gemeinde gesanglich oder instrumental ihr Können unter Beweis stellen.
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Fronleichnam

Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, Fronleichnam - welches Papst Urban IV. 1264 in den kirchlichen Festkalender einfügte - und die damit verbundene Fronleichnamsprozession, spielt auch in unserer Pfarrgemeinde eine große Rolle.

Die erste Erwähnung einer Fronleichnamsprozession in Schirgiswalde findet sich in den Kirchenrechnungen des Jahres 1698. Dort heißt es:
„Bey gehaltener Procession Corporis Christi den Musicanten 2 Thaler 16 Kreuzer.“

Bis 1929 bewegte sich die Prozession nur auf pfarreigenem Gelände und auf dem Marktplatz. 1930 wurde der Prozessionsweg bedeutend erweitert und bezog nun auch die Straßen der Stadt ein. Altäre wurden am Markt, beim Gemeindekreuz am Marienplatz, an den Kirchstufen und an der Turnhalle errichtet.
1939 wurde die Prozession durch die Stadt von den Nazis verboten. Sie konnte nur noch auf kircheneigenem Gelände stattfinden. Erst 1949 zog die Prozession wieder durch die Straßen der Stadt. Damals wurden 4000 Teilnehmer gezählt. In den Folgejahren stieg die Zahl noch weiter an. Die Altäre waren mit prachtvollen Blumenteppichen geschmückt.

1968 wurde der Fronleichnamstag als staatlicher Feiertag abgeschafft, deshalb musste die Prozession auf den folgenden Sonntag verlegt werden. Gleichzeitig fand der Gottesdienst erstmalig unter freiem Himmel im Schlosspark statt.

Ab 1976 erhielt die Prozession eine gegenwartsbezogene Gestaltung. Heute beträgt die Zahl der teilnehmenden Gläubigen noch etwa 1300.
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Fußwallfahrt nach Rosenthal

Wallfahrten zu einem besonderen Ort, oft zu einem, an dem die Gottesmutter Maria verehrt und um Fürsprache angerufen wird, gehören seit langer Zeit zum Wesen katholischer Christen und deren Gemeinden, so auch in Schirgiswalde.

Seit vermutlich 300 Jahren pilgert ein Teil der Gemeinde alljährlich zu Fuß in den 36 Kilometer entfernten Wallfahrtsort des Bistums Dresden-Meißen, nach Rosenthal im Sorbenland.

Bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts zog man zweimal im Jahr dorthin und auch wieder zurück, früher zu Mariä Heimsuchung (2. Juli) und zu Mariä Geburt (8. September). Ab 1918 wurde die Wallfahrt auf den Festen folgenden Sonnabend und Sonntag gelegt.
1976 kam die Wallfahrt mangels Beteiligung zum Erliegen, nur eine Frau aus der Gemeinde hat die Tradition aufrecht erhalten und ist jedes Jahr einmal nach Rosenthal gepilgert.

Am 6. Oktober 1990 wurde die Wallfahrt als Dankopfer für das Geschenk der politischen Wende in der DDR wieder aufgenommen. Sie beschränkt sich allerdings nur noch auf den Hinweg nach Rosenthal und wird immer Ende September/Anfang Oktober gehalten.

Am Wallfahrtstag früh nach der hl. Messe um 6 Uhr in der Pfarrkirche führt der Weg über Wilthen, später dann Göda und Crostwitz. In Rosenthal wird stets eine Dank- und Bittandacht gehalten.
Gemeindemitglieder jeden Alters, vom Kleinkind im Kinderwagen bis zum rüstigen Mittsiebziger nehmen daran teil. Der Wallfahrtstag wird geprägt durch das gemeinsame Gebet in persönlichen Anliegen und denen von Pfarrgemeinde, Kirche und Welt; durch Gesang und, trotz mancher Strapazen, durch eine frohe Gemeinschaft.

Gerade in heutiger Zeit, die durch Egoismus, Gleichgültigkeit, soziale Probleme, Verflachung des Glaubens und die Bedrohung durch Krieg, Terror und die Zerstörung der Schöpfung geprägt ist, gibt es viele Gründe für die Schirgiswalder, weiterhin mit und zu Maria, der Mutter Gottes, nach Rosenthal zu wallfahren und um ihre Fürsprache bei Gott zu bitten.
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Rosenkranzgebet

Seit dem 18. März 1962 wird in der Pfarrkirche jeden Montag von den Gemeindemitgliedern der Rosenkranz gebetet. Seit einiger Zeit wird dabei verstärkt auch um Priester- und Ordensnachwuchs gebetet.
Im Monat Oktober kommen die Gläubigen von Montag bis Donnerstag zum gemeinsamen Rosenkranzgebet zusammen.

Eine gute alte Tradition ist das Rosenkranzgebet für die Verstorbenen.
Gewöhnlich an den drei Abenden vor der Beisetzung eines Gemeindemitgliedes versammeln sich Angehörige, Nachbarn, Freunde und Bekannte in der Friedhofskapelle oder in der Kirche, um für den Verstorbenen, aber auch für die Angehörigen zu beten.