Chronik Großpostwitz
Geschichte der Pfarrgemeinde „St. Josef“ Hainitz/Großpostwitz und ihre Priester
1331: Eine Urkunde vom 12. November nennt den Priester des Ortes als Zeuge: „dominus Jacobus plebanus in Bustewicz“
1346: In der Meißner Bistumsmatrikel wird Postwitz direkt als Pfarrei genannt. Sie steht unter der Obhut des Dekans von Bautzen und hat 3 Groschen Bischofszinns zu zahlen.
1484: Bischof Johann von Meißen bestätigt die Stiftung eines „Katharinenaltares“ in der Kirche zu Postwitz.
1507: Postwitz wird Ratsdorf von Bautzen.
1520: Wahrscheinlich um diese Zeit hält die Reformation im Ort Einzug. Pfarrer Bossak predigt in lutherischer Weise und teilt die hl. Kommunion unter beiderlei Gestalten aus. Katholische Bräuche halten sich noch eine Weile.
1864: Die 27 Katholiken des Ortes (unter 2748 evangelischen Christen) besuchen den Gottesdienst in Bautzen oder Schirgiswalde.
Es entsteht die Flachsspinnerei Grützner und Faltis, die auch katholische Arbeitskräfte aus Böhmen heranzieht.
1867: Der Religionsunterricht, erteilt an 10 Kinder, wird durch Kaplan Georg Wuschanski, den späteren Bischof, eingeführt.
1876: Alfons Porak tritt als Teilhaber in die Flachsspinnerei ein. Damit beginnt der Aufschwung in der Fabrik und eine segensreiche Zeit für die katholische Kirche im Ort
1878: Die Gemeinde zählt bereits 400 Katholiken.
1881: Die Kapelle, entworfen von Professor Knothe-Seeck, wird von Baumeister Kaup aus Bautzen gebaut und am 6. November 1881 durch Domsenior Jakob Kutschank geweiht. Alfons Porak stiftet den Grund und Boden und unterstützt finanziell und materiell den Bau.
1901: Die Zahl der Katholiken beträgt 1200. Es erfolgt der Bau der katholischen Schule.
1905: Seit dieser Zeit ist ein ständiger Geistlicher im Ort, die Kirchenbücher werden angelegt.
1907: Am 20. Mai wird zum ersten Mal die Firmung in Hainitz durch Bischof Dr. Schäfer gespendet.
Um die Kapelle zieht zum ersten Mal eine Fronleichnamsprozession.
Am 2. Juni erfolgt die Weihe des neu angelegten Friedhofs.
1912: Das Pfarrhaus wird errichtet.
1921: Die Oblatenpatres aus Warnsdorf/Böhmen halten die erste Volksmission in der Gemeinde.
1923: An den Hochfesten wird auch eine tschechische und sorbische Predigt eingeführt.
Durch die Diözesansynode zu Marienstern am 24. Juli wird Hainitz kanonisch als Pfarrei errichtet.
1924: Das erste katholische Kinderheim wird als Kindergarten eingerichtet, die Betreuung übernehmen die Borromäerinnen aus Trebnitz.
1925: Der Kirchenchor „Cäcilia“ wird gegründet und mit dem Umbau der Kapelle begonnen.
1931: Am 11. April fällt der Schlussstein des Glockenturmes, eine Kreuzblume, auf das Dach der Kirche. Dach und Kirchturm müssen erneuert werden.
1937: Die Nazis lösen die katholische Volksschule auf, die Kinder müssen in die Schule nach Großpostwitz gehen.
1940: Die Gestapo verhaftet Pfarrer Ziesch und inhaftiert ihn im Konzentrationslager Dachau. Er kehrt erst im September 1945 zurück.
1942: Die Nazis schließen den von den Borromäerinnen geleiteten Kindergarten.
1943: Die Kirche erhält eine Orgel.
1945: Am 9. Juni wird die katholische Schule wieder eröffnet, aber bereits nach vier Wochen wieder verboten.
1956: Im Februar wird die Pfarrbibliothek im Pfarrhaus eröffnet.
1969: Am 31. Mai wird die Kirche wegen Einsturzgefahr baupolizeilich gesperrt. Die Sonntagsgottesdienste finden in der evangelischen Kirche statt, für die Wochentagsgottesdienste wird im Pfarrhaus eine kleine Kapelle eingerichtet.
1972: Im Juni beginnt der Abriss der alten Kirche und danach der Neubau.
1974: Am 2. Februar weiht Bischof Gerhard Schaffran die wiederaufgebaute Kirche.
2000: Am 1. August wird Pfarrer Alexander Paul von Schirgiswalde zum Pfarradministrator ernannt.
2002: Zum 1. Januar wird die Gemeinde St. Josef aufgelöst und mit der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt Schirgiswalde vereinigt.
2005: Das Pfarrhaus wird verkauft.
2006: Am 8. Oktober wird das neue Gemeindezentrum neben dem ehemaligen Pfarrhaus eingeweiht.
Priester
1867 - 1877 Georg Wuschanski, Kaplan von Bautzen (Religionsunterricht)
1877 - 23.5.1881 Kaplan Rolle von Bautzen (Religionsunterricht)
um 1880 - Michael Hornig, Pfarrer von Bautzen
1881 - 1890 Jakob Skala, Kaplan von Bautzen
1890 - 1895 Jakob Rentsch, Kaplan von Bautzen
1895 - 1903 Jakob Nowak, Kaplan von Bautzen
1903 - 1906 Nikolaus Andritzki, Kaplan von Bautzen
1906 - 1918 Paul Scholze, Pfarrer
21.4.1918 - Oktober 1922 Georg Räde, Pfarrer
29.10.1922 - 8.8.1948 (+) Johann Ziesch, Pfarrer, von Dezember 1940 - 1945 KZ-Haft in Dachau
25.7.1923 - 15.10.1923 Dr. Josef Jakubasch, Kaplan, als vicarius substitutus
1941 - 1945 Anton Mott, Pfarrer von Schirgiswalde als vicarius substitutus
1941 - 1945 Nikolaus Lock und Eberhard Brandherm, Kapläne von Schirgiswalde
Kaplan Eberhard Brandherm dann als Lokalkaplan bis Anfang September 1945
1948 Kaplan Eberhard Brandherm als Vertretung
17.10.1948 - 1.12.1949 Geistl. Rat Bernhard Köhler, Pfarradministrator
(1947 Lokalkaplan in Cunewalde)
1949 - 1953 Bernhard Seidel, Pfarrer
28.5. - 13.8.1951 Paul Raffe, Kaplan von Schirgiswalde als vicarius substitutus
Karl Wiedemann, Kaplan von Bautzen als Vertretung
1.9.1953 - 30.11.1972 Bruno Bischoff, Pfarrer
1965/1966 zeitweise Pfarrer Georg Pech, Wilthen und Pfarrer Günther, Oppach als Vertretung
April 1972 Josef Kuschnik, Kaplan von Bautzen als Vertretung
ab Mai 1972 Wolfgang Hock, Kaplan von Schirgiswalde als Vertretung
1.12.1972 - 31.12.1994 Franz Heink, Pfarrer
Kaplan Arnold Brack, Pfarrer Heinrich Meier, Pfarrer Anton Kriesten als zeitweise Vertretungen
1.1.1995 - 31.7.2000 Bernhard Hannig, Pfarrer
1.8.2000 - 31.12.2001 Alexander Paul, Pfarrer von Schirgiswalde als Pfarradministrator
1.9.2000 - Februar 2002 Joachim Höffner, Kaplan von Schirgiswalde mit besonderen Aufgaben in Großpostwitz.
1.1.2002 - Alexander Paul, Pfarrer








